Kniearthrose: häufigste Arthroseform. Wanderer, belastetes Kniegelenk
Kniebandagen, Kniegelenksarthrose

Kniegelenksarthrose ist die häufigste Arthrose-Form

Die Arthrose des Kniegelenks (Gonarthrose) ist mit Abstand die häufigste Form der Arthrose. Bis zum 80. Lebensjahr sind jede zweite Frau und jeder dritte Mann von einer Kniegelenksarthrose betroffen. Wie macht sich eine Kniegelenksarthrose bemerkbar, was sind die Ursachen, wie kann man vorbeugen, sind Spritzen ins Kniegelenk wirksam und wann sollte ein künstliches Kniegelenk eingesetzt werden? Informieren Sie sich hier rund um das Thema Kniegelenksarthrose.

Das Kniegelenk – ein Lastenträger unter den Gelenken

Mittig zwischen Ober- und Unterschenkel sitzt unser größtes Gelenk: das Kniegelenk – ein Schwerstarbeiter unter den Gelenken, das Tag für Tag das Vielfache des Körpergewichts trägt. So lastet z. B. beim Treppensteigen mehr als das Dreifache des Körpergewichts auf diesem Gelenk. Es handelt sich um ein sogenanntes Drehscharniergelenk, das eine Beugung (bis 140°) und eine Drehung (um 40°) ermöglicht. Es besteht aus 2 Einzelgelenken zwischen:
  • Schienbein und Oberschenkelknochen (Tibia und Femur)
  • Oberschenkelknochen und Kniescheibe (Femur und Patella)

Gonarthrose-Ursachen – Warum entsteht eine Kniegelenksarthrose?

Übergewicht, extremer Leistungssport, Sportverletzungen und belastende Berufe, wie sie Bauarbeiter und Fliesenleger ausführen, machen den Kniegelenken schwer zu schaffen und können zu Knorpelschäden führen. Auf Dauer kann sich aus diesen Ursachen eine sekundäre Kniegelenksarthrose entwickeln. Neben der sekundären Form gibt es aber auch eine primäre Form der Kniegelenksarthrose, also eine Arthrose des Kniegelenks ohne eine direkte Ursache.

Zu den wichtigsten Ursachen einer sekundären Kniegelenksarthrose zählen:

  • Meniskusverletzungen
  • Kreuzbandriss
  • Knochenbrüche
  • Fehlstellungen der Beine (insbesondere X-Beine)
  • Übergewicht

Wenn die Knie schmerzen, muss es nicht immer eine Kniegelenksarthrose sein

Schmerzen in den Knien – viele Menschen kennen dieses Leid. Doch nicht immer muss eine Kniegelenksarthrose dahinterstecken, sondern es kann sich auch um einen Überlastungsschmerz oder um eine andere Gelenkverletzung handeln, wie z. B. einen Meniskusschaden. Der Orthopäde nimmt eine Reihe von Untersuchungen vor (siehe Diagnose der Arthrose), die in der Regel auch eine Röntgenuntersuchung beinhaltet. Typische Schmerzen, die auf eine Kniegelenksarthrose hinweisen, sind:
  • morgendliche Anlaufschmerzen
  • belastungsabhängige Schmerzen, die im Laufe des Tages schlimmer werden
  • Schmerzen nach längerem Gehen oder beim Treppensteigen
  • Gelenkschwellungen am Abend
  • Bewegungseinschränkungen z. B. beim in die Hocke gehen
  • Knacken oder Einklemmen beim Beugen der Knie
Gelenkschmerzen bedeuten Arthrose im Knie? Nicht unbedingt: Schmerzen in den Kniegelenken können neben einer Kniegelenksarthrose auch andere Ursachen haben.

Die beste Therapie der Kniegelenksarthrose ist ihre Prophylaxe

Dieser Satz hat bis heute seine Gültigkeit nicht verloren. Denn man kann man einiges tun, um eine Kniegelenksarthrose zu vermeiden. Aber auch wenn eine Kniegelenksarthrose bereits vorliegt, helfen einige einfache Maßnahmen, um Schmerzen zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern. Aktuelle Studien zeigen, dass Bewegung sehr wirkungsvoll ist. Tipps und Vorschläge für spezielle Übungen bei Kniegelenksarthrose finden Sie unter Bewegungsübungen bei Kniegelenksarthrose.

Maßnahmen zur Vermeidung der Kniegelenksarthrose sind:

  • Vermeidung von kniebelastenden Aktivitäten in Alltag, Beruf und Sport
  • Korrektur von Fehlstellungen (insbesondere X-Beine)
  • Auskurieren von Sportverletzungen (auch durch Physiotherapie)
  • Muskelaufbau durch Muskeltraining, Ausdauertraining und gelenkschonenden Sport
  • Gewichtsreduktion, falls Übergewicht oder Adipositas (Fettsucht) vorliegen
  • Optimales Schuhwerk mit puffernden Schuhsohlen
  • Auf eine gesunde Ernährung achten!

Lohnen sich Hyaluronsäure-Spritzen bei Gonarthrose?

Hyaluronsäure ist der Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit und ein wichtiger Baustein des Gelenkknorpels. Mithilfe von Hyaluronsäure-Spritzen wird biotechnologisch hergestellte Hyaluronsäure direkt ins Kniegelenk injiziert. Die Spritzentherapie wird in vielen orthopädischen Praxen angeboten, allerdings muss der Patient die Therapie in der Regel selbst bezahlen, denn die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten nicht. Die Wirksamkeit von Hyaluronsäure-Injektionen wurde in mehreren Studien nachgewiesen und wird insgesamt als positiv bewertet. Bei Patienten, bei denen genügend Knorpelmasse vorhanden ist, kann eine Behandlung mit Hyaluronsäure-Spritzen eine bessere Beweglichkeit und weniger Schmerzen bewirken. Zu beachten ist allerdings auch, dass Spritzen ins Gelenk ein Infektionsrisiko bergen und die Wirkung in der Regel nicht dauerhaft anhält.

Wann ist eine Kniegelenksprothese sinnvoll?

Die Implantation von künstlichen Gelenken gehört zu den Routine-Eingriffen. Etwa 165.000 Kniegelenksprothesen werden in Deutschland jährlich eingesetzt. Ein künstliches Kniegelenk (Knie-TEP oder Knie-Totalendoprothese) kommt als letzter Ausweg dann in Betracht, wenn alle anderen Maßnahmen keine Besserung mehr bringen. Nach Ansicht der Experten sollte man nicht mehr länger warten, wenn:
  • jeder Schritt zur Qual wird
  • eine ausgeprägte Fehlstellung vorliegt
  • alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden
  • der Knorpelverschleiß im Röntgenbild nachweisbar ist
Röntgenbild einer Knie-Totalendoprothese (TEP)

Knietotalendoprothese: Künstliches Kniegelenk bei Kniearthrose

Je nach Ausprägung des Schadens kommen verschiedene Endoprothesen in Betracht. In 90% der Fälle wird eine Totalendoprothese (TEP) implantiert, die das Kniegelenk komplett ersetzt. Mit Hilfe von Endoprothesen lässt sich die Belastbarkeit des Kniegelenks zuverlässig wiederherstellen. Die Haltbarkeit der Implantate ist durch Lockerungen in der Regel auf etwa 15 Jahre begrenzt. Bei der Auswahl der Klinik sollte man darauf achten, dass die Ärzte ausreichend Erfahrungen haben.