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Frau hilft Mann beim Versorgen einer typischen Sportverletzung an der Wade.
Sportliches Training kann zu einer Muskelverletzung führen, die ein Arzt behandeln muss.

Weitere typische Sportverletzungen

Prellungen, Muskelzerrungen oder Muskelfaserrisse – ein Großteil der rund zwei Millionen Sportverletzungen in Deutschland gehen auf das Konto von Schäden an Muskulatur und Sehnen. Je nach Schweregrad sind die Beschwerden unterschiedlich stark. Informiere Dich hier über weitere typische Sportverletzungen, ihre Symptome und Behandlungsmethoden.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Menschliche Muskulatur
  2. Arten von Muskelverletzungen
    1. Muskelzerrung (Distension)
    2. Muskelfaserriss
    3. Prellung (Kontusion)
    4. PECH-Regel
  3. Ärztliche Behandlung
  4. Sportverletzungen vermeiden
  5. Aufwärmprogramm der FIFA
  6. FAQs

 

Die Muskulatur: Das größte Organ des Menschen

Bei der Sportart American Football ist das Risiko einer Muskelverletzung hoch.Bei Sportler:innen macht die Muskulatur 40 bis 50 Prozent des Körpergewichts aus und ist damit das größte Organ. Unfälle und Überlastungen sind fast immer die Ursachen für Verletzungen an der Muskulatur. Im Profifußball gehören Muskelverletzungen mit 30 Prozent und im American Football mit 50 Prozent zu den typischen Sportverletzungen. Aber nicht nur Leistungs-, sondern auch viele Freizeitsportler:innen gehen immer öfter über ihre Belastungsgrenzen hinaus und leiden infolgedessen unter Muskelproblemen. Ehrgeizige Anfänger:innen und untrainierte Wiedereinsteiger:innen sind besonders gefährdet. Bei einem unzureichenden Trainingszustand reagiert die Muskulatur nicht selten auf die ungewohnte Belastung mit einer Muskelzerrung oder einem Muskelfaserriss.

 

Arten von Muskelverletzungen

Muskelzerrungen stellen gemeinsam mit Prellungen typische Sportverletzungen dar. Sie entstehen oftmals durch eine übermäßige Bewegung des Muskels, beispielsweise einer Dehnung. Bei besonders starker, plötzlicher Überdehnung können die Muskelfasern oder -stränge einreißen – in diesem Fall sprechen Mediziner:innen von Muskelrissen. Alle drei Verletzungsarten verursachen unter Umständen starke Schmerzen und zwingen Sportler:innen zu Ruhepausen.

 

Muskelzerrung (Distension)

In vielen Fällen ist körperliche Bewegung der Grund für eine Zerrung des Muskels. Oft passiert es bei Sportarten wie Fußball, Basketball oder Tennis – schnelle Richtungswechsel, Sprints, Sprünge oder Stopps können Muskelverletzungen begünstigen. Die Überdehnung der Muskultur verursacht minimale Schäden an Muskelstrukturen – häufig geht sie mit starken Schmerzen einher. Nacken, Rücken wie auch Innen- und Hinterseiten des Oberschenkels sind meist davon betroffen. Zu den klassischen Symptomen zählen:

  • Muskelschmerzen bei Belastung und Druck,
  • plötzlich auftretende, ziehende Schmerzen wie auch
  • Muskelverhärtungen.

Die Heilung einer Zerrung verläuft nicht von heute auf morgen. Betroffene sollten den Muskel einige Tage schonen und nur schmerzfrei bewegen. Danach kannst Du den Muskel leicht dehnen. Zusätzlich helfen gegen die Beschwerden Kühlen und ein elastischer Verband. Um Schwellungen zu verringern, lagere die verletzte Körperstelle am besten hoch. Wenn die Schmerzen nachlassen, ist es möglich, das Training langsam und vorsichtig wieder aufzunehmen. Die Faustregel für die Sportpause bei einer Zerrung lautet 8 bis 14 Tage. Manchmal dauert die Heilung aber auch drei bis sechs Wochen.

Um Muskelzerrungen vorzubeugen, ist es wichtig, sich vor dem Sport gut aufzuwärmen. Gezieltes Training für Kondition und Kraft wie auch Dehnübungen steigern die Flexibilität der Muskeln.

 

Muskelfaserriss

Im Gegensatz zu einer Muskelzerrung können bei einem Muskelfaserriss, wenn Du die Muskulatur innerhalb von Sekunden stark beanspruchst und überforderst, (wenige) Muskelfasern reißen. Unter Umständen sind auch größere Anteile der Muskulatur bis hin zu ganzen Muskelfaserbündeln betroffen. Ein Muskelfaserriss hat häufig folgende Ursachen:

  • müde oder überlastete Muskeln, vor allem bei hoher Belastung
  • unterkühlte Muskulatur
  • unzureichende Aufwärmphase vor dem Training
  • nicht ausgeheilte Verletzungen
  • schlechte Bodenverhältnisse und unpassendes Schuhwerk beim Sport
  • abrupte Bewegungen

Meist betreffen Muskelfaserrisse die Beinmuskulatur im Oberschenkel oder die Muskulatur in der Wade. Zu den Sportarten, die eine Muskelverletzung begünstigen zählen: Leichtathletik, Fußball, Handball oder Tennis. Charakteristisch sind hier plötzliche Beschleunigungs- oder Bremssituationen.

Grundsätzlich gilt: Treten Schmerzen auf, empfiehlt es sich zu pausieren und die Muskelpartie nicht weiter zu belasten – das kann ansonsten zu schweren Folgeverletzungen führen. Als typische Symptome der Sportverletzung gelten:

  • plötzlicher heftiger Schmerz
  • Druck- und Dehnungsschmerzen
  • Blutergüsse

An den betroffenen Stellen können sich zusätzlich tastbare Dellen in der verletzten Region im Muskel bilden – sie entwickeln sich oft zu Schwellungen.

Bei einem Muskelfaserriss hängt die Behandlung vom Ausmaß der Schädigung ab. Je nach Schweregrad teilen Mediziner:innen die Verletzung in vier Stufen ein:

  • Grad 1: Einzelne Muskelfasern eines Bündels sind gerissen (weniger als fünf Prozent der Muskelfasern).
  • Grad 2: Einige Muskelfasern des Bündels sind gerissen (mehr als fünf Prozent der Muskelfasern).
  • Grad 3: Zahlreiche Muskelfasern eines Bündels sind mit starker Einblutung gerissen (mehr als fünf Prozent der Muskelfasern).
  • Grad 4: Kompletter Muskelfaserriss mit Funktionsverlust und starker Einblutung.

Frau berührt ihren bandagierten Fuß nach einem Muskelfaserriss.Leichtere Risse (Grad 1 bis 3) behandeln Ärzt:innen konservativ, zum Beispiel legen sie einen Druckverband an, um den Muskel zu schonen. Falls ein ausgeprägter Bluterguss vorliegt, müssen Mediziner:innen diesen gegebenenfalls durch eine Punktion entfernen. Einige Tage nach der Verletzung kannst Du mit leichten belastungsfreien Übungen beginnen. Ob und wann Du mit einem angepassten Training fortfahren kannst, entscheidet Dein/e Ärzt:in.

Einen Faserriss Grad 4 versorgt medizinisches Fachpersonal in der Regel operativ. Dabei fixieren oder nähen sie den gerissenen Muskel. Ist der chirurgische Eingriff überstanden, empfiehlt es sich, den Muskel ruhigzustellen und zu entlasten. Die anschließende Rehabilitation und der Trainingsbeginn nach einer gravierenden Muskelverletzung richten sich nach dem Ausmaß der Verletzung – die Regeneration nach einem Muskelfaserriss kann bis zu zwölf Wochen dauern.

 

Prellung (Kontusion)

Durch eine stumpfe Gewalteinwirkung (beispielsweise einen Tritt oder Sturz) entstehen am Muskel Quetschungen und kleinere Faserrisse. Prellungen sind für Betroffene meist sehr schmerzhaft. Typisch ist außerdem, dass zunächst keine äußeren Verletzungen erkennbar sind. Nach einiger Zeit kann es jedoch zu Blutergüssen, Hämatomen (blaue Flecken) und Schwellungen kommen.

Solltest Du eine Prellung erlitten haben, kannst Du einen abschwellenden Verband anlegen und die Körperstelle für einige Tage schonen. Durch den Gegendruck von außen verhindert der Druckverband Blutergüsse und wirkt Schwellungen entgegen. Meist heilt die Verletzung innerhalb von 10 bis 14 Tagen von allein aus. Klingen die Beschwerden über einen längeren Zeitraum nicht ab, ist es ratsam, dass Du eine:n Ärzt:in aufsuchst, um die Diagnose erneut zu überprüfen. Das Tragen von Schutzkleidung wie Helme oder Protektoren beim Sport hilft, Kontusionen vorzubeugen.

Wie Du Muskelverletzungen richtig behandelst

Leichte Muskelverletzungen, wie Muskelkater, Prellungen und Muskelzerrungen, kannst Du durch Schonung und Sportsalben aus der Apotheke gut selbst auskurieren. Die Erstversorgung von Muskelverletzungen erfolgt nach der PECH-Regel:

P

Pause

Sportliche Aktivitäten einstellen. Gelenk ruhigstellen und nicht belasten.

E

Eis

Schmerzende Gelenke kühlen, um Blutungen und Schwellungen zu reduzieren (Erfrierungen vermeiden! Eis und Tiefkühlpads nicht direkt auf die Haut legen).

C

Compression

Druckverband anlegen, um Schwellungen zu reduzieren.

H

Hochlagern

Den verletzten Körperteil hochlagern, um den Blutzufluss und das Risiko von Einblutungen zu verringern.

Beginne mit dem Sport aber erst wieder, wenn Schmerzen und Schwellungen vollständig abgeklungen sind. So unterstützt Du den Heilungsprozess bestmöglich und kannst nach Deiner Verletzung wieder sorgenfrei trainieren.

 

Wann solltest Du mit einer Muskelverletzung zum/zur Ärzt:in?

Bei stärkeren Einblutungen oder einem Verdacht auf Sehnen- oder Muskelfaserriss solltest Du ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Das medizinische Fachpersonal kontrolliert, ob weitere Schäden an Gelenken, Sehnen, Bändern oder Knochen vorliegen. Hole Dir unbedingt einen ärztlichen Rat ein, wenn Du unter einer der folgenden Beschwerden leidest:

  • größere Blutergüsse, Hämatome
  • Einschränkungen der Beweglichkeit
  • heftige (und plötzlich einsetzende) Schmerzen
  • starke Schwellungen

Wenn grundsätzlich die Symptome nicht nachlassen, zögere einen Arztbesuch nicht hinaus, um Folgeerkrankungen zu verhindern.

 

Wie vermeidest Du Sehnen- oder Muskelfaserrisse?

Zu den wichtigsten Vorbeugemaßnahmen zählen korrektes Aufwärmen vor dem Sport, Nachbereiten der körperlichen Belastung sowie gezieltes, individuell abgestimmtes Muskeltraining. Ähnlich wie bei einem Automotor muss sich der Muskel sozusagen erst erwärmen – helfen können Dir dabei Dehn- und Gymnastikübungen.

Vorsicht gilt bei kalten Witterungsbedingungen: Die Muskulatur ist dann verletzungsanfälliger – beispielsweise, wenn der Körper durch Nässe auskühlt. Davor kannst Du Dich zum Beispiel mit langer Sportkleidung schützen. Um den Muskel nicht zu überfordern oder eine Zerrung hervorzurufen, vermeide es, Dich nach längerer Belastung ruckartig zu bewegen – vor allem nach Überanstrengung und Ermüdung.

 

Aufwärmprogramm der FIFA senkt das Risiko typischer Sportverletzungen

Ein spezielles Training, das nachweislich die Anzahl von typischen Sportverletzungen senkt, ist das Aufwärmprogramm der FIFA: 11+. Es enthält 3 Teile mit insgesamt 15 Übungen, die Du in der angegebenen Reihenfolge ausführen solltest. Am einfachsten durchläufst Du 11+ regelmäßig zu Beginn des Trainings. Die Teile eins und drei eignen sich auch zum Aufwärmen vor einem Spiel. Mehr Informationen und genaue Anleitungen der einzelnen Übungen findest Du hier: Aufwärmprogramm 11+

 

FAQs zu weiteren typischen Sportverletzungen