Arthrosestadien: vier Stadien der Erkrankung. Röntgenbild, Gelenkmodelle
Stadien der Arthrose: Röntgenaufnahme Handgelenk, Patientin mit Schal

Stadien der Arthrose

Wenn auch das Krankheitsbild der Arthrose lange bekannt und jedem Arzt vertraut ist, ist die Einteilung der Stadien bis heute oft uneinheitlich. In der Regel erfolgt eine Unterscheidung zwischen klinischen Arthrose-Stadien und Stadien aufgrund des Röntgenbefunds. Allerdings besteht bei der Arthrose das Problem, dass das Röntgenbild häufig nicht zu den Beschwerden passt und umgekehrt. So klagt mancher Patient über starke Schmerzen, aber im Röntgenbild sind kaum Schäden sichtbar. Noch häufiger kommt der umgekehrte Fall vor: Im Röntgenbild sind deutliche Schäden sichtbar, aber der Patient ist dennoch beschwerdefrei. Hier erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten derzeit verwendeten Stadieneinteilungen der Arthrose.

Einteilung der Arthrose-Stadien nach Aktivierungsgrad

Unter der Aktivierung einer Arthrose versteht man eine Entzündungsreaktion, die mit Schwellung, Erwärmung, Gelenkerguss und starken Schmerzen verbunden ist. Je nach Stärke der Aktivierung und Schmerzen werden folgende Stadien der Arthrose unterteilt:
  • Stumme Arthrose: Die Arthrose ist im Röntgenbild nachweisbar, aber verursacht keine Schmerzen.
  • Schmerzhafte nichtaktivierte Arthrose: Die Arthrose ist nachweisbar und verursacht Schmerzen, aber ohne zusätzliche Anzeichen einer Entzündung.
  • Aktivierte Arthrose: Dabei handelt es sich um stark schmerzhafte Arthrose mit Anzeichen einer Entzündung und Verlust der Gelenkfunktion.
  • Dekompensierte Arthrose: Neben dem Knorpel sind weitere Strukturen des Gelenks, wie Gelenkkapsel, Gelenkinnenhaut und Knochen, beteiligt und führen zu Dauerschmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Einteilung der Arthrose-Stadien nach Röntgenbild oder Knorpelschaden

Eine gebräuchliche Einteilung der Arthrose beruht auf dem Befund im Röntgenbild und wurde 1957 durch die beiden Ärzten Kellgren u. Lawrence etabliert. Dabei wird das Gelenk anhand folgender Merkmale beurteilt:
  • Verdichtung des Knochens unter der Knorpelschicht (subchondrale Sklerosierung)
  • Größe des Gelenkspalts
  • Ausbildung von knöchernen Strukturen (Osteophyten)
Ein anderes Schema wurde 1961 von dem Arzt Outerbridge eingeführt und basiert auf dem sichtbaren Knorpelschaden. Diese Klassifikation wird bis heute am häufigsten verwendet (siehe Tabelle). Dabei wird der Zustand des Knorpels im Rahmen einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) anhand folgender Knorpeleigenschaften beurteilt:
  • Farbe
  • Konsistenz
  • Zustand der Oberfläche
Stadien Röntgenbild
(nach Kellgren u. Lawrence)
Knorpelschaden
(nach Outerbridge)
Stadium 0
  • Normalbefund ohne Schäden
  • Normalbefund, intakter Knorpel mit glatter weißer Oberfläche und guter Konsistenz
Stadium I
  • Beginnende Arthrose
  • Geringe subchondrale Sklerosierung
  • Keine Verschmälerung des Gelenkspalts
  • Keine Osteophyten
  • Erweichung der Oberfläche, aber glatt erhaltene Oberfläche
Stadium II
  • Mäßige Verschmälerung des Gelenkspalts
  • Beginnende Osteophytenbildung
  • Oberfläche aufgefasert mit Einrissen
Stadium III
  • Deutliche Verschmälerung des Gelenkspalts
  • Ausgeprägte Osteophyten
  • Tiefe Einrisse, Krater mit instabilen Rändern, Knochen noch nicht erreicht
Stadium IV
  • Gelenkspalt komplett aufgehoben
  • Zerstörung des Gelenks
  • Knorpelverlust bis auf den Knochen

Einteilung der Arthrose anhand von Skalen

Neben der allgemeinen Einteilung der Arthrose in Stadien gibt es zusätzlich weitere Skalen und Fragebogen (für die Selbstbeurteilung durch den Patienten), die bei speziellen Formen der Arthrose, insbesondere der Arthrose des Kniegelenks und der Arthrose des Hüftgelenks, angewendet werden. Mehr Informationen zur Verwendung von einzelnen Skalen und Fragebogen finden Sie unter Diagnose der Arthrose.
Arthrosestadien: schematische Darstellung eines Gelenks
Einteilung der Arthrose in vier Stadien anhand des Knorpelschadens am Beispiel des Kniegelenks.