Wirbelsäulen-Arthrose, Röntgenaufnahme
Wirbelsäulenarthrose: Bandscheiben und Wirbelsäule, Gymnastikübung

Wirbelsäulenarthrose ist auch als Spondylarthrose und Facettensyndrom bekannt

Die Wirbelsäule ist unser Rückgrat – sie hält uns aufrecht, stützt den Rumpf und wirkt als Stoßdämpfer. Gleichzeitig schützt die Wirbelsäule auch das Rückenmark – die wichtigste Nervenverbindung vom Gehirn zum Körper. Eine Arthrose in der Wirbelsäule wird medizinisch als Spondylarthrose oder Facettensyndrom bezeichnet. Wie macht sich eine Arthrose der Wirbelgelenke bemerkbar, was sind Facettengelenke und wie lässt sich die Spondylarthrose behandeln? Informieren Sie sich hier rund um das Thema Arthrose der Wirbelgelenke.

Nicht die Bandscheiben, sondern die Facettengelenke der Wirbelsäule sind betroffen

Die Wirbelsäule besteht aus insgesamt 33-34 Wirbeln: 7 Halswirbeln, 12 Brustwirbeln, 5 Lendenwirbeln, 5 Kreuzbeinwirbeln und 4-5 Steißbeinwirbeln. Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern befinden sich die Bandscheiben, die als elastische Puffer dienen und die Beweglichkeit der Wirbelsäule ermöglichen. Darüber hinaus sind für die Beweglichkeit der Wirbelsäule, aber auch die Facettengelenke wichtig – diese befinden sich zwischen den Wirbelkörper-Fortsätzen. Zur Rückenseite hin weisen die einzelnen Wirbelkörper jeweils 4 Gelenkfortsätze auf: 2 nach oben und 2 nach unten. Dort, wo sich die Gelenkfortsätze mit den oberen bzw. unteren Wirbeln treffen, bilden sie die Facettengelenke. Die Gelenkflächen weisen eine Knorpelschicht auf. Bei einem Facettensyndrom (einer Spondylarthrose) ist der Knorpel der Facettengelenke geschädigt.
Bandscheiben …
  • befinden sich zwischen den Wirbelkörpern
  • machen 25% der Gesamtlänge der Wirbelsäule aus
  • sorgen für Stabilität und Beweglichkeit und dienen als Stoßdämpfer
  • setzen sich aus 2 Teilen zusammen:
    • elastischer Ring
    • weicher Kern
  • bestehen aus Faserknorpel
  • sind beim Bandscheibenvorfall geschädigt
Facettengelenke …
  • befinden sich zwischen den Gelenkfortsätzen der Wirbelkörper
  • sorgen für Stabilität und Beweglichkeit
  • weisen hyalinen Knorpel auf
  • sind bei der Spondylarthrose oder Facettenarthrose geschädigt
Bei der Wirbelsäulenarthrose sind die Facettengelenke zwischen den einzelnen Wirbelkörpern betroffen.

Ein Facettensyndrom wird vor allem durch Schäden an den Bandscheiben ausgelöst

Fehlstellungen, Übergewicht oder Krankheiten der Wirbelsäule, wie z. B. ein Bandscheibenvorfall oder eine Osteoporose, führen dazu, dass sich der Druck auf die Facettengelenke erhöht, wodurch der Knorpel geschädigt wird. Eine sehr häufige Ursache des Facettensyndroms ist der altersbedingte Verschleiß der Bandscheiben. Nimmt die Bandscheibenhöhe auch nur geringfügig ab, so steigt die Druckbelastung auf den Facettengelenken deutlich an. Übergewicht und eine schwache Rumpfmuskulatur sind weitere Risikofaktoren für eine Arthrose der Wirbelgelenke. Eine Spondylarthrose (ein Facettensyndrom) kann prinzipiell an jedem Wirbelgelenk auftreten, am häufigsten sind jedoch die Gelenke der Lendenwirbel betroffen, da die Belastungen dort am höchsten sind.

Wie macht sich eine Spondylarthrose bemerkbar?

Ständige Rückenschmerzen können Folgen eines Facettensyndroms sein. Normalerweise treten die Rückenschmerzen beim Facettensyndrom zunächst nur unter Belastung auf. Typisch sind sogenannte Anlaufschmerzen, also Schmerzen morgens beim Aufstehen oder nach längeren Ruhepausen. Bei Rückenschmerzen nehmen wir automatisch eine Schonhaltung ein und vermeiden Bewegungen. Dies führt zu Verspannungen der Muskulatur und zur Zunahme der Rückenschmerzen – bis schließlich der Rücken dauerhaft schmerzt.

Schmerzregionen bei einer Spondylarthrose

Je nachdem, welche Facettengelenke von der Arthrose betroffen sind, können die Schmerzen in unterschiedlichen Regionen auftreten.
  • Halswirbel: Nackenschmerzen, die in die Unterarme, den Hinterkopf oder auch den oberen Rücken ausstrahlen.
  • Brustwirbel: Schmerzen in der Brustregion (kann Herzschmerzen vortäuschen).
  • Lendenwirbel: Schmerzen im unteren Rückenbereich, die in Leisten, Gesäß und Beine ausstrahlen.

Die Diagnose einer Spondylarthrose ist nicht einfach

Rückenschmerzen sind weit verbreitet und können viele Ursachen haben. Um zu überprüfen, ob eine Arthrose als Ursache der Rückenschmerzen infrage kommt, werden Röntgen-, CT- und MRT-Aufnahmen ausgewertet. Wird ein Facettensyndrom vermutet, so wird in die fraglichen Gelenkregionen mit einer haarfeinen Nadel unter Röntgenbildkontrolle ein Betäubungsmittel verabreicht. Bleibt der Schmerz daraufhin aus, so handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Spondylarthrose (ein Facettensyndrom).

Wie lässt sich die Spondylarthrose behandeln?

Bei der Behandlung der Spondylarthrose steht die Linderung der Schmerzen im Vordergrund, um den Teufelskreis aus Schmerzen, Bewegungsvermeidung, Verspannung und Schwächung der Muskulatur zu durchbrechen. Zunächst werden die Maßnahmen der konservativen Arthrose-Behandlung angewendet, wie:
  • Physiotherapie
  • Kälte- oder Wärmeanwendungen
  • Schmerzmittel (als Tabletten oder Spritzen verabreicht)
Bei der Behandlung des Facettensyndroms steht die Schmerzlinderung im Vordergrund, um den Teufelskreis aus dauerhaften Schmerzen zu durchbrechen.

Behandlung einer Spondylarthrose mit Schmerzmitteln

Bei starken Schmerzen können die Schmerzmittel mit einer feinen Nadel unter Röntgenbildkontrolle direkt in die betroffenen Gelenke eingespritzt werden. Die schmerzstillende Wirkung dieser Depot-Schmerzmittelspritzen hält mehrere Monate an. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, durch minimal-invasive Verfahren Schmerzfasern auszuschalten. Nur in sehr seltenen Fällen sind Operationen notwendig, wobei das Wirbelsegment versteift oder Implantate eingebracht werden können.