Orthomol Logo
Konservative Behandlung der Arthrose: Person massiert die Schultermuskulatur und das Schultergelenk eines älteren Mannes.
Hanteln und entlastende Gehhilfe: Als konservative Behandlung bei Arthrose eignet sich die Gelenkentlastung durch beispielsweise Muskeltraining oder orthopädische Hilfsmittel.

Möglichkeiten der konservativen Arthrose-Behandlung

Die konservative Arthrose-Behandlung besteht aus einer Kombination von mehreren nichtmedikamentösen und medikamentösen Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem Physiotherapie, Massage, Stoßwellentherapie, Schuheinlagen, Tabletten oder Spritzen. Lies hier mehr zu den konservativen Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose und deren Wirksamkeit.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Nichtmedikamentöse Maßnahmen
    1. Physiotherapie
    2. Physikalische Therapie
    3. Ergotherapie
    4. Orthopädische Hilfsmittel
  2. Medikamentöse Therapie
    1. Schmerzmittel
    2. Nebenwirkungen von Schmerztabletten
    3. Salben
    4. Kortison-Spritzen
    5. Hyaluronsäure-Spritzen
    6. SYSADOA

 

Nichtmedikamentöse Therapie als konservative Basis der Behandlung bei Arthrose

Ergotherapeutin behandelt die Arthrose ihres Patienten konservativ.Die nichtmedikamentösen Maßnahmen umfassen ein breites Spektrum an unterschiedlichen Behandlungsformen und stellen die Basis der konservativen Arthrose-Therapie dar. Sie begleiten Patient:innen über alle Stadien der Arthrose und möglichen Arthrose-Arten hinweg.

Doch nicht alle Maßnahmen eignen sich in jedem Fall gleichermaßen. Welche Anwendung infrage kommt, entscheiden Patient:innen gemeinsam mit den behandelnden Ärzt:innen. Die Tabelle gibt Dir einen Überblick über Möglichkeiten der konservativen nichtmedikamentösen Arthrose-Therapie:

Nichtmedikamentöse Maßnahmen der Arthrose-Therapie
Physiotherapie
  • Bewegungstherapie
  • Unterwasser-Bewegungstherapie
  • Gehschule
  • Krafttraining
Physikalische Therapie
  • Elektrotherapie
  • Lasertherapie
  • Stoßwellentherapie
Ergotherapie
  • Gelenkschutztraining
  • Hilfsmittelversorgung und -gebrauchsschulung
Orthopädische Hilfsmittel
  • entlastende Gehhilfen
  • orthopädische Schuhe
  • Maßeinlagen
  • Orthesen

 

Informiere Dich auch über alternative Arthrose-Behandlungen.

 

Mit Physiotherapie die Arthrose konservativ behandeln

Physiotherapeutin führt mit Patientin Krankengymnastik-Übungen zur konservativen Behandlung der Arthrose durch.Im Rahmen von Physiotherapie oder Krankengymnastik erlernen Patient:innen unter Anleitung von Therapeut:innen gelenkschonende Übungen und führen diese aus. Die Bewegungstherapie eignet sich beispielsweise bei Kniearthrose zur konservativen Behandlung. Durch die Mobilisierung der Gelenke verbessert sich unter anderem die Knorpel-Ernährung. Im Speziellen eignen sich auch Übungen, die Patient:innen im Wasser ausführen, da dies besonders schonend für die betroffenen Gelenke ist.

Gut zu wissen:

Der Knorpel wird nicht über die Blutbahn versorgt, sondern ausschließlich durch die Gelenkflüssigkeit. Wie bei einem Schwamm gibt er bei Belastung Flüssigkeit ab und nimmt bei Entlastung wieder welche auf. Regelmäßige Bewegung sowie eine ausgewogene Ernährung mit wichtigen Nährstoffen fördern die Regeneration und halten den Knorpel geschmeidig.

Außerdem kräftigt sich durch ausgewählte Übungen sowie gezieltes Krafttraining die Muskulatur. Das stabilisiert wiederum die Gelenke, wirkt als zusätzlicher Stoßdämpfer und entlastet den Knorpel. Physiotherapie ist in der Regel auch ein fester Bestandteil der Rehabilitation nach einer operativen Arthrose-Behandlung, bei der Ärzt:innen meist ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk einsetzen. Ein Teil davon kann auch die Gehschule sein. Betroffene lernen dann, mit der neuen Situation umzugehen und wie sie Gehhilfen benutzen, ohne die Gelenke stark zu belasten. Grundsätzlich gilt: Patient:innen sollten Trainings- sowie Übungsphasen nur in Maßen und stets in Absprache mit den Fachleuten durchführen.

Nachweisbar sind folgende Effekte der Physiotherapie bei Arthrose:

  • Verminderung der Schmerzen
  • Verbesserung der Gelenkfunktion
  • Ausbau der Mobilität
  • Stärkung der Muskulatur

Physiotherapeutin sitzt auf Liege: Die konservative Arthrose-Behandlung mit Physiotherapie kann positive Auswirkungen haben.Wichtig ist es, die Übungen nach der professionellen Anleitung durch den/die Therapeut:in in Eigenregie konsequent im Alltag fortzusetzen. Einfache Bewegungen oder gelenkschonende Sportarten kannst Du aber auch selbst ohne spezielle Instruktion ausführen. Mehr Infos dazu findest Du unter Bewegung und Arthrose.

 

Physikalische Therapie – ein breites Spektrum

Ob Laser, Elektrizität oder Stoßwellen – bei der physikalischen Arthrose-Therapie kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz, um die Nerven- und Muskelzellen zu stimulieren. Anwendung finden folgende konservative Verfahren:

  • transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Elektroimpulse zur Aktivierung der Nerven
  • Lasertherapie: Stimulation durch Laser
  • elektrophysikalische Therapien: Mikrowellen, Kurzwellen, Interferenzstrom
  • Stoßwellentherapie: Anwendung von Ultraschallstoßwellen
  • Traktionsbehandlung: Druckentlastung der Gelenke

Außerdem kommen als weitere Therapiemöglichkeiten infrage:

  • neuromuskuläre elektrische Stimulation (NMES): Elektroimpulse zur Stärkung der Muskulatur
  • Magnetfeldtherapie: Stimulation durch Magnetfelder

Die Verfahren sollen vor allem die Schmerzen bei Arthrose lindern. Welche Methode sich für Dich eignet, besprichst du am besten mit deinem/deiner behandelnden Ärzt:in.

 

Mit Ergotherapie fit für den Alltag

Mann macht Ergotherapie mithilfe einer Fachkraft, um seine Arthrose konservativ zu behandeln.Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die mit Einschränkungen oder Behinderungen leben müssen. Wie kannst Du den Alltag trotz Handicap meistern, welche Hilfsmittel sind sinnvoll und wie lässt sich der Arbeitsplatz den besonderen Bedürfnissen anpassen? Die Maßnahmen helfen Patient:innen dabei, die Selbstständigkeit in Haushalt, Beruf sowie Freizeit zu bewahren und zu verbessern.

Die Verordnung für eine ambulante Therapie stellt Dir der/die behandelnde Ärzt:in aus. Passende Ergotherapeut:innen in Deiner Nähe findest Du beim Deutschen Verband der Ergotherapeuten.

Die Ergotherapie umfasst folgende Aspekte:

  • Beratung und Training zum Einsatz von Hilfsmitteln (wie Aufsetzhilfen)
  • Anpassung des Wohnraums sowie des Arbeitsplatzes
  • Gestaltung von Arbeitsabläufen
  • Beratung zum Umgang mit Endoprothesen
  • Anzieh- sowie Haushaltstraining (zum Beispiel Reinigung der Wohnung)
  • Vermeidung von Stürzen
  • Management von Erschöpfung (Fatigue)

Grundsätzlich lernen Betroffene durch die konservative Therapie, mit der Arthrose umzugehen und ein gelenkschonendes Verhalten auszuüben.

 

Orthopädische Hilfsmittel entlasten die Gelenke

Die Gelenkentlastung eignet sich zur konservativen Behandlung von Arthrose: Mann mit orthopädischer Gehhilfe möchte seine Schmerzen lindern.Bandagen, Orthesen und Gehhilfen gehören zum Repertoire der konservativen Behandlung bei Erkrankungsformen wie Kniearthrose. Sie vermindern die Belastung der Gelenke, reduzieren Schmerzen und verlangsamen das Fortschreiten der Arthrose. Gleichzeitig sollen sich die Anwendungen stimulierend und stärkend auf die Muskulatur auswirken. Häufig verwendete orthopädische Hilfsmittel bei Arthrose sind:

  • Bandagen und Orthesen für das Kniegelenk
  • dämpfende Schuheinlagen sowie Randerhöhungen
  • Gehhilfen, wie Stöcke, Stützen oder Rollatoren

Dein/Deine Fachärzt:in erklärt Dir, welche orthopädische Therapie in Deinem individuellen Fall infrage kommt.

 

Medikamente als wichtiger Bestandteil der konservativen Arthrose-Behandlung

Sich schmerzfrei bewegen können – dieser Wunsch steht vermutlich ganz oben auf der Liste von Betroffenen, die unter Arthrose leiden. Die Linderung von Schmerzen ist tatsächlich eines der wichtigsten Ziele der konservativen Arthrose-Therapie. Denn Beschwerden beeinträchtigen nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern haben viele weitere negative Auswirkungen, die in einer Spirale zu

  • Rückzug,
  • Isolation,
  • Angst,
  • Resignation und zur
  • Zunahme der Schmerzen

führen können. Durch die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses kann es schließlich zu einer Chronifizierung und damit zu dauerhaften (chronischen) Schmerzen kommen (siehe Abbildung).

Schema, wie es ohne eine konservative Arthrose-Behandlung zu chronischen Schmerzen kommen kann.

Den Teufelskreis mit Schmerzmitteln durchbrechen

Schema zur dreistufigen Einteilung von Schmerzmitteln zur konservativen Arthrose-Behandlung.Schmerzfreiheit ist die Voraussetzung für Lebensfreude, die Bewältigung des Alltags und Beweglichkeit, zum Beispiel beim Treppensteigen. Einige Schmerzmittel, wie die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), können nicht nur die  Arthroseschmerzen lindern, sondern wirken zudem auch entzündungshemmend.

Je nach Stärke teilen Mediziner:innen Schmerzmedikamente (Analgetika) in ein dreistufiges Schema ein. Generell beginnt die Schmerztherapie mit schwachen Arzneimitteln der Stufe 1 in der niedrigsten Dosierung. Bei Bedarf erhöhen die Ärzt:innen die Dosis. Opioide gehören zu den stärksten Schmerzmitteln der Stufe 2 und 3. Sie sollten bei der konservativen Behandlung von Arthrose nur in Ausnahmefällen und nicht dauerhaft zum Einsatz kommen.

 

Bei Schmerztabletten auf Nebenwirkungen achten!

Schmerzmittel, die sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) enthalten, sind meist gut wirksam gegen Schmerzen und Entzündungen. Allerdings sind einige Nebenwirkungen zu beachten, die vor allem den Magen-Darm-Trakt und das Herz-Kreislauf-System betreffen.

Generell solltest Du Schmerzmittel nicht dauerhaft einnehmen, sondern nur vorübergehend bei Schmerzperioden oder bei akuten Entzündungen. Spezielle Vorsichtsmaßnahmen sind insbesondere bei älteren Patient:innen (ab 60 Jahren) und bei Personen mit einer Vorbelastung empfehlenswert – dazu gehören:

  • regelmäßige Kontrollen des Magen-Darm-Trakts, der Nieren und des Blutdrucks
  • zusätzliche Einnahme eines Magenschutzpräparats (Protonenpumpenhemmer)
  • Schmerztabletten in möglichst niedriger Dosierung und nur vorübergehend einnehmen

Bei Oberbauchschmerzen oder sehr dunklem Stuhl solltest Du sofort einen/eine Ärzt:in aufsuchen.

 

Salben wirken vor Ort und schonen den Verdauungstrakt

Person trägt zur konservativen Arthrose-Behandlung schmerzlindernde Salbe auf das Knie eines Mannes auf.Schmerzsalben haben den Vorteil, dass diese über die Haut aufgenommen werden, so können sie direkt an den Gelenken wirken. Cremes haben in der Regel nur geringe Nebenwirkungen und sind schonend für den Magen-Darm-Trakt. Du kannst es deshalb ohne Bedenken ausprobieren, Deine Arthrose konservativ mit Salben zu behandeln, um die Schmerzen zu lindern.

Bei allen Vorzügen von Cremes ist aber auch zu bedenken, dass es für ältere Menschen manchmal schwierig sein kann, das betroffene Gelenk einzureiben. Die Schulter beispielsweise ist relativ schwer zu erreichen – erst recht, wenn Betroffene unter Arthrose leiden.

 

Lange Wirksamkeit von Kortison-Spritzen

Bei sehr starken Schmerzen, wie bei einer aktivierten Arthrose, bringt eine Kortison-Spritze bis zu acht Wochen lang Schmerzlinderung. Meist injiziert der/die Ärzt:in sie in Kombination mit einem Schmerzmittel direkt ins Gelenk.

Kortison wirkt vor allem entzündungshemmend. Die Injektion in das Gelenk erfolgt unter Röntgenkontrolle und nur besonders erfahrene Orthopäd:innen sollten sie durchführen. Wiederholte Kortisondosen können sich allerdings negativ auf das Knorpelgewebe auswirken. Pro Jahr und Gelenk sollten daher möglichst wenige Spritzen erfolgen.

 

Lohnen sich Hyaluronsäure-Spritzen?

Zur konservativen Behandlung von Arthrose spritzt eine Ärztin ihrem Patienten Hyaluronsäure.Hyaluronsäure ist der Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit und ein wichtiges Element des Gelenkknorpels. Mithilfe von Spritzen können Ärzt:innen Hyaluronsäure zur konservativen Behandlung von Arthrose-Beschwerden direkt ins Gelenk injizieren.

Mediziner:innen bewerten die Wirksamkeit von Hyaluronsäure-Spritzen bei Patient:innen mit ausreichend Knorpelmasse insgesamt als positiv. Allerdings übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen dafür keine Kosten. Zu beachten ist auch, dass Spritzen ins Gelenk ein Infektionsrisiko bergen und die Wirkung nicht länger als maximal ein Jahr anhält.

 

SYSADOA versorgen den Knorpel mit Nährstoffen

SYSADOA ist eine Abkürzung der englischen Bezeichnung Symptomatic Slow Acting Drugs in Osteoarthritis. Fachleute verwenden diesen Begriff für Substanzen, die natürliche Knorpelbestandteile sind, wie:

  • Glucosaminsulfat
  • Chondroitinsulfat
  • Hyaluronsäure

Die Stoffe sind auch in den speziell für Arthrose entwickelten Präparaten enthalten. Als natürliche Bestandteile des Knorpelsgelangen SYSADOA nach der Einnahme in die erkrankten Gelenke und entfalten dort ihre Wirksamkeit.

Sie stimulieren den Stoffwechsel und fördern somit die Regeneration der komplexen Moleküle in der Knorpelmatrix. Gleichzeitig hemmen sie die Aktivierung und Produktion von Entzündungsfaktoren. Dadurch normalisiert sich das empfindliche Gleichgewicht aus Aufbau- und Abbauprozessen des Knorpelgewebes. Aufgrund der guten Verträglichkeit sind die Substanzen auch für ältere Patient:innen und zur Langzeittherapie geeignet.