Arthroskopie bei Arthrose – Ablauf und Risikofaktoren

Die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) ist eine Routine-Methode zur Durchführung von minimal-invasiven Operationen am Gelenk. Ob Knie-, Ellenbogen- oder Sprunggelenk – die Arthroskopie ist für eine operative Arthrose-Behandlung an vielen Gelenken einsetzbar. Lesen Sie hier, wie eine Arthroskopie abläuft und wann arthroskopische Eingriffe medizinisch sinnvoll sind.

Was ist eine Arthroskopie?

Das Hauptinstrument bei der Arthroskopie ist das sog. Arthroskop. Dieses Gerät besteht aus einer Videokamera mit Lichtquelle und Kabel. Die Kamera macht es möglich, Einblicke in das Innere des Gelenks über einen Monitor zu erhalten. Da der Innenraum des Gelenks im Normalzustand nur aus einem dünnen Spalt besteht, bietet er wenig Platz für einen operativen Eingriff. Daher wird das Gelenk vor dem Eingriff mit Flüssigkeit oder Gas aufgefüllt, um den Innenraum zu vergrößern und die Sichtverhältnisse zu verbessern. Zusätzlich zum Arthroskop können weitere Instrumente mit kleinem Durchmesser (von ca. 5 mm) eingebracht werden, wie Messer, Stanzen und Zangen, um Schäden im Gelenk zu beheben oder abgesprengte Knorpelteile zu entfernen.
Bei der Arthroskopie ermöglicht die Minikamera des Arthroskops Einblicke in das Innere des Gelenks.

Wie läuft eine Arthroskopie genau ab?

Bei der Arthroskopie des Kniegelenks wird durch einen ca. 8 mm langen Hautschnitt unterhalb der Kniescheibe das Arthroskop in das Gelenk eingeführt. An das Arthroskop werden zwei Schläuche zum Einbringen und Absaugen der Spülflüssigkeit angeschlossen. Für den operativen Eingriff sind ein oder zwei weitere Hautschnitte mit einer Länge von jeweils ca. 5 mm notwendig, um die Operationsinstrumente in das Gelenk einzubringen. Zunächst erfolgt ein sog. diagnostischer Rundgang, bei dem alle Teile des Gelenks genau inspiziert werden. Im Anschluss daran wird der operative Eingriff durchgeführt, wie beispielsweise die Entfernung eines abgelösten Knorpelstücks. Nach dem Eingriff werden die Hauteinschnitte durch Klammerpflaster oder Naht verschlossen. Gegebenenfalls wird zuvor eine Drainage eingesetzt, damit das Wundsekret abfließen kann. Die Drainage wird 24 bis 48 Stunden nach der Operation entfernt.

Welche Risiken gibt es bei einer Arthroskopie?

Als minimal-invasives Verfahren hat die Arthroskopie vergleichsweise wenige Risiken. Dennoch handelt es sich um eine operative Arthrose-Behandlung, bei dem es zu Blutungen und Infektionen der Operationswunden kommen kann. Außerdem können unbeabsichtigt Knorpel, Knochen, Bänder sowie Nerven oder Gefäße verletzt werden.

Wann ist eine Arthroskopie sinnvoll?

In bestimmten Situationen kann eine Arthroskopie im Rahmen einer Arthrose sinnvoll sein. Dabei kommt es vor allem auf das Arthrosestadium der Arthrose an. Aus Sicht der Deutschen Kniegesellschaft ist die Arthroskopie bei einer weit fortgeschrittenen Arthrose des Kniegelenks nutzlos, aber im Anfangsstadium für folgende Behandlungen geeignet:

  • Entfernung von mechanisch relevanten Osteophyten (knöcherne Anbauten)
  • Entfernung von Meniskusteilen bei mechanischen Beschwerden
  • Entfernung von herausgebrochenen und instabilen Knorpelstücken
  • Entfernung von Verwachsungen, die die Beweglichkeit stören
  • Entfernung von störenden freien Gelenkstrukturen
  • Entfernung der Gelenkinnenhaut bei speziellen Krankheiten, wie Kristallablagerungen, rheumatoider Arthritis oder Chondromatose (gutartiger Tumor)