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Arthroskopie - Arzt erklärt anhand Skelettmodell
Ärzt:innen im Operationssaal bei einer Arthroskopie und Röntgenbild eines Knies.

Arthroskopie: Definition, Ablauf und Dauer

Die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) ermöglicht Ärzt:innen einen Einblick in das Innere von Gelenken, um Verschleißerscheinungen oder Verletzungen festzustellen. Außerdem eignet sich das Verfahren für bestimmte Therapieansätze. Erfahre hier, was genau die Arthroskopie ist, wie der Ablauf aussieht und mit welcher Dauer Du bis zur Genesung nach dem Eingriff rechnen solltest.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Definition
  2. Ablauf
  3. Einsatzmöglichkeiten
    1. Arthroskopie: Vorteile des Verfahrens
    2. Wann ist eine Arthroskopie bei Arthrose empfehlenswert?
  4. Auswirkungen
    1. Mögliche Komplikationen einer Arthroskopie
    2. Dauer bis zur Genesung nach einer Arthroskopie

 

Definition: Was ist eine Arthroskopie?

Unter einer Arthroskopie verstehen Mediziner:innen laut Definition ein minimalinvasives Verfahren. Dabei können Fachärzt:innen durch einen kleinen Schnitt das Innere von Gelenken mithilfe einer Sonde untersuchen oder therapieren. Eine andere Bezeichnung für die Methode ist Gelenkspiegelung. Das dafür verwendete medizinische Gerät heißt unter Fachleuten Arthroskop. Es handelt sich dabei um ein spezielles Endoskop, also einen meist flexiblen Schlauch, der mit einer Kamera ausgestattet ist.

Die Arthroskopie kommt beispielsweise bei Verdacht auf Arthrose oder anderen Gelenkverletzungen wie einer ausgekugelten Schulter zum Einsatz. 2020 gehörten arthroskopische Eingriffe am Knie- und Schultergelenk zu den häufigsten Operationen.

Durch die Arthroskopie können Ärzt:innen verletztes Gewebe am Gelenk oder Knorpelschäden feststellen und bei Bedarf direkt behandeln.

 

Wie sieht der Ablauf einer Arthroskopie aus?

Medizinische Fachkraft führt eine Arthroskopie an der Schulter durch.Der Ablauf einer Arthroskopie unterscheidet sich, je nachdem, ob das Verfahren lediglich für die Diagnose von Arthrose zum Einsatz kommt, oder ob auch verletzte Stellen behandelt werden sollen. Generell kann die Durchführung einer Arthroskopie entweder unter örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose erfolgen.

Durch einen kleinen Hautschnitt (circa acht Millimeter) wird das Arthroskop zunächst in das betroffene Gelenk eingeführt. Eine Kamera inklusive Lichtquelle am Ende des Schlauches überträgt das Bild auf einen Monitor, was die genaue Untersuchung des Gewebes ermöglicht. Das dient der Diagnoseerstellung. Bei Bedarf kann der Gelenkinnenraum über einen filigranen Schlauch mit Gas oder mit speziellen Flüssigkeiten gedehnt werden, um eine verbesserte Sicht oder mehr Platz für operative Eingriffe zu erhalten. Sollen während des Vorgangs gleichzeitig auch therapeutische Maßnahmen stattfinden, setzen Chirurg:innen einen zweiten Schnitt, durch den sie benötigte Operationsinstrumente wie eine Schere einführen.

Für den therapeutischen Einsatz bei Arthrose gibt es zwei gängige Abläufe der Arthroskopie:

  • Lavage: Fachkräfte spülen das betroffene Gelenk mit einer Kochsalzlösung, um mögliche Entzündungen zu beruhigen und losgelöste Partikel herauszufiltern.
  • Debridement: Ärzt:innen entfernen abgelöste Knorpelteile und glätten raue Oberflächen mithilfe von geeigneten medizinischen Werkzeugen.

Nach dem Eingriff verschließen die Chirurg:innen die Wunde mit einer Naht oder einem sogenannten Klammerpflaster. Manchmal legen sie auch eine Drainage (Schlauch) an der Schnittstelle, damit die Wundflüssigkeit abfließen kann. Die Dauer der Arthroskopie am Knie sowie an der Schulter beträgt etwa eine Stunde, hängt aber stets auch von der Eingriffsart und der Erfahrung der operierenden Person ab. Nach der Gelenkspiegelung können Patient:innen je nach Eingriffsart und Verlauf entweder direkt nach Hause oder sie bleiben für wenige Tage im Krankenhaus.

 

Einsatz der Arthroskopie

Im Fachbereich der Orthopädie setzen Fachärzt:innen die Arthroskopie an verschiedenen Körperstellen und bei unterschiedlichen Diagnosen ein, zum Beispiel:

  • Schulter: Risse an der Rotatorenmanschette, Instabilität der Schulter
  • Ellenbogen: Überbelastung oder Verletzungen
  • Hüfte: Entfernung von Knochenvorständen
  • Knie: Kreuzbandriss, Verletzungen am Meniskus
  • Fuß: Glättungen von Knorpelrändern des Sprunggelenks

Entweder unterstützt das Verfahren die Fachleute als reine diagnostische Methode oder es kommt als behandelnde Maßnahme zum Einsatz. Ursachen von Gelenkschmerzen können Mediziner:innen dadurch beispielsweise auf den Grund gehen.

 

Arthroskopie: Vorteile des Verfahrens

Das arthroskopische Vorgehen gibt Ärzt:innen einen Gesamtüberblick über den Zustand des betroffenen Gelenks. Dadurch können sie entscheiden, welches weitere Behandlungsverfahren geeignet ist oder bereits geplante Maßnahmen anpassen. Die Gelenkspiegelung bietet daher neben einer präzisen Bildgebung auch eine hohe Flexibilität. So lassen sich manchmal bisher unentdeckte Begleiterkrankungen direkt mitbehandeln.

In der Orthopädie gilt die Arthroskopie als schonendes Verfahren. Patient:innen erholen sich in der Regel schnell von dem Eingriff und haben wenige Nebenwirkungen.

 

Wann ist eine Arthroskopie bei Arthrose empfehlenswert?

Ärztin bespricht mit einer Patientin die Risiken einer Arthroskopie.Manche Fachkräfte empfehlen eine Arthroskopie zur Behandlung einer Arthrose am Knie. Dabei kann die Spülung des Gelenks oder eine Knorpelglättung erfolgen. Grundsätzlich zeigt die Gelenkspiegelung jedoch keine größeren Erfolge in Bezug auf vorhandene Schmerzen, im Gegensatz zu anderen Behandlungen von Arthrose.

Aus diesem Grund spricht auch die Leitlinie zur Gonarthrose (Kniegelenksarthrose) keine Empfehlung zum alleinigen therapeutischen Einsatz der Arthroskopie aus. Zudem übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur in Ausnahmefällen die Kosten für die Behandlung. Helfen keine konservativen Therapien bei der Linderung der Beschwerden, bietet die Gelenkspiegelung trotzdem eine sinnvolle Option. Kommt zu der Kniearthrose ein Meniskusriss, trägt das Behandlungsverfahren womöglich zu einer Verbesserung der Symptome bei.

Bestehen bereits anhaltende Schmerzen und dauerhafte Bewegungseinschränkungen aufgrund einer Arthrose an Schulter, Hüfte oder Knie, ist meist ein Gelenkersatz ratsam. Arthroskopische Therapiemaßnahmen bringen dann oft keine langfristigen Verbesserungen mehr.

Bei einer Arthrose des Ellenbogengelenks kann die arthroskopische Entfernung von losgelösten Partikeln oder verhärteten Knorpelteilen jedoch zu verbesserter Beweglichkeit und gelinderten Schmerzen führen.

 

Auswirkungen einer Arthroskopie

Im Vergleich zu offenen Operationen sind Patient:innen bei dem minimalinvasiven Verfahren der Arthroskopie einer geringeren Belastung ausgesetzt. Die im Volksmund auch als Schlüssellochtechnik bekannte Methode gilt als gelenkschonend. Lies im Folgenden mehr zu möglichen Risiken und der Erholungsdauer nach dem Eingriff.

 

Mögliche Komplikationen einer Arthroskopie

Wie bei jedem medizinischen Eingriff birgt auch die Arthroskopie Risiken. Infolge einer Gelenkspiegelung können unter anderem 

  • Blutungen,
  • Infektionen oder
  • Schmerzen

auftreten. Trotz aller Vorsicht werden bei diesem minimalinvasiven Verfahren eventuell gesunde Strukturen (beispielsweise Gefäße) verletzt. Leichte Schwellungen nach dem Eingriff sind normal. Nach wenigen Tagen gehen sie in der Regel zurück.

 

Dauer bis zur Genesung nach einer Arthroskopie

Patient:innen brauchen nach einer Arthroskopie meist einige Wochen, um sich ganzheitlich von dem Eingriff zu erholen. Zwischen einer und sechs Wochen sind dafür vollkommen normal, auch können Beschwerden durchaus über Monate anhalten. Die Dauer der Genesung hängt von mehreren Faktoren ab und kann daher variieren. Eine individuell angepasste Nachbehandlung der Gelenkspiegelung trägt unter anderem zur erfolgreichen und unkomplizierten Heilung bei.

Häufig dürfen Betroffene das Kniegelenk nach einer Arthroskopie direkt wieder belasten, Gehhilfen können gegebenenfalls bei den ersten Bewegungen unterstützen und entlasten. Eine vollständige Belastungs- und Sportfähigkeit nach arthroskopischen Operationen am Knie kann unter Umständen auch mehrere Monate dauern. Wie lange Du arbeitsunfähig bist, hängt von der individuellen Genesung und der bestehenden körperlichen Belastung im Berufsalltag ab.