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Bänderriss im Sprunggelenk – Anzeichen, Behandlung und Spätfolgen

Hoffentlich kein Bänderriss – das denken wohl die meisten, nachdem der Fuß umgeknickt ist und das Sprunggelenk schmerzt und anschwillt. Verstauchungen und Bänderrisse des Sprunggelenks sind mit Abstand die häufigsten Sportverletzungen überhaupt. Was sind Anzeichen für einen Bänderriss im Sprunggelenk, wie wird er richtig behandelt und welche Spätfolgen sind zu beachten? Informieren Sie sich hier rund um das Thema Bänderriss (Bandruptur) im Sprunggelenk.

Bei einer Verstauchung ist immer das obere Sprunggelenk (OSG) verletzt

Das Sprunggelenk oder Fußgelenk setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem oberen und dem unteren Sprunggelenk. Das obere Sprunggelenk ist ein Scharniergelenk, das die Bewegung des Fußes nach oben und nach unten ermöglicht, während das untere Sprunggelenk die seitliche Bewegung des Fußes erlaubt. Beim Umknicken des Fußes wird immer das obere Sprunggelenk (OSG) verletzt, das im Wesentlichen durch drei Außenbänder stabilisiert wird.

Bei einer Verstauchung des Sprunggelenks (Distorsion) kommt es in 90% der Fälle zur Überdehnung der Bänder und in 10% der Fälle zum Reißen der Außenbänder (Bandruptur). Die Verstauchung des OSG (Distorsion) ist die häufigste Sportverletzung überhaupt: Jeden Tag ist einer von 10.000 Sportlern davon betroffen – am häufigsten bei folgenden Sportarten: Volleyball, Basketball, Fußball, Klettern und Geländesport.

Das obere Sprunggelenk wird durch drei Außenbänder stabilisiert.

Was sind Anzeichen für einen Bänderriss im Sprunggelenk?

Nach dem Sprung auf dem Fuß des Gegners gelandet, und schon ist es passiert – der Fuß knickt nach innen um. Das ist der typische Unfallhergang einer Verstauchung des Sprunggelenks. Unmittelbar nach der Verletzung treten starke Schmerzen auf. Der Fuß schwillt an und es kann sich ein blauer Fleck (Hämatom) bilden.

Je nach Schweregrad der Verletzungen wird die Verstauchung des Fußgelenks in drei Stufen unterteilt (siehe Tabelle). Nicht immer muss der Arzt aufgesucht werden. Bei einer leichten Verstauchung (Grad 1) reicht es aus, das Fußgelenk zu schonen, bis die Schmerzen nachlassen. Kühlung, ein Kompressionsverband und das Hochlagern des Fußes fördern die Abschwellung und unterstützen den Heilungsprozess.

Starke Schmerzen und Probleme bei der Gewichtsbelastung

Stärkere Schmerzen und Probleme bei der Belastung des Fußgelenks weisen auf Verletzungen der Bänder hin. Dann sollte man zum Arzt gehen. Neben einer Untersuchung der Beweglichkeit wird der Arzt zusätzlich auch eine Röntgenaufnahme durchführen, um Knochenbrüche auszuschließen.
Schweregrad Verletzung Beschwerden
Grad 1 Überdehnung
  • Schmerzen
  • keine Instabilität
  • keine Probleme bei Gewichtsbelastung
Grad 2 Partieller Bänderriss
  • Schmerzen
  • keine Instabilität
  • Probleme bei Gewichtsbelastung
Grad 3 Kompletter Bänderriss
  • starke Schmerzen
  • ausgeprägte Schwellung
  • Hämatom
  • Instabilität
  • Gewichtsbelastung nicht möglich

Wie wird der Bänderriss richtig behandelt?

Heutzutage wird ein Bänderriss standardmäßig nicht operativ, sondern konservativ behandelt. Das heißt, dass die Bewegung des Fußgelenks über 6 Wochen eingestellt werden muss, damit die Bänder verheilen können. Orthesen (Schienen) sind vorteilhafter als Gipsverbände. Diese gibt es in vielen verschiedenen Modellen zur Auswahl. Nach der Abschwellung des Gelenks können die Orthesen im Schuh unter voller Belastung 6 Wochen lang getragen werden.

Wann kommt eine Operation bei einem Bänderriss in Betracht?

Das Sprunggelenk kann durch verschiedene Trainingsübungen gestärkt werden, um das Risiko eines wiederholten Umknickens zu reduzieren (siehe unten). Eine Operation kommt bei einem Bänderriss nur in Betracht, falls es sich um einen Leistungssportler mit einer erhöhten Instabilität des Fußgelenks handelt oder falls neben den Bänderrissen weitere schwere Begleitverletzungen bestehen.

In diesen Fällen kommt eine Operation in Betracht:

  • Offene Verletzung
  • Abgestorbene Hautbereiche durch das Hämatom
  • Zusätzliche Knochenbrüche (Frakturen)
  • Zusätzlicher Riss des Innenbands

Welche Spätfolgen sind zu beachten?

Bänderrisse haben insgesamt eine gute Prognose. Etwa 20% der Betroffenen klagen über Schmerzen nach längerer Belastung und 10% der Betroffenen haben eine bleibende Instabilität des Sprunggelenks. Bei diesen Patienten kommt es regelmäßig beim Gehen auf unebenen Boden besonders in der Dämmerung oder Dunkelheit zu einem erneuten wiederholten Umknicken. Übungen zur Kräftigung des Sprunggelenks sind hilfreich, um das Fußgelenk zu stabilisieren.

Nur im Ausnahmefall kann auch eine Operation zur Stabilisierung des Fußgelenks in Erwägung gezogen werden, bei der die Bänder durch körpereigenes Gewebe ersetzt werden. Die positive Wirkung von Präventionsprogrammen (neuromuskuläres und propriozeptives Training, Muskelkräftigung und Stretching) wurde insbesondere für Fußballspieler in mehreren Studien nachgewiesen.

Wie hoch ist das Risiko einer Arthrose?

Obwohl der Bänderriss im Sprunggelenk zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt gehört, ist die Arthrose im Sprunggelenk wesentlich seltener als die Arthrose des Kniegelenks (Gonarthrose) oder des Hüftgelenks (Koxarthrose). Das Sprunggelenk ist durch eine breite Auflagefläche des Knochens und geringe Bewegungsfreiheit zwar weniger anfällig für eine Arthrose, allerdings wird eine Arthrose im Sprunggelenk in 90 % der Fälle durch eine Sportverletzung ausgelöst. Die Arthrose des Sprunggelenks wird auf folgende Sportverletzungen zurückgeführt:
  • Knochenbrüche (70% der Fälle)
  • Verstauchungen mit und ohne Bänderriss (20% der Fälle)

Wie kann man einer Arthrose im Sprunggelenk vorbeugen?

Der Knorpel zeichnet sich durch einen sehr langsamen Stoffwechsel und durch eine begrenzte Fähigkeit zur Regeneration aus. Aus Mikroschäden in der Knorpelmatrix, verursacht durch ein Ungleichgewicht zwischen Abbau und Aufbau, können leicht größere Schäden, wie Risse oder Abrieb, entstehen. Denn durch Mikroschäden ist der Knorpel geschwächt, verliert seine ursprüngliche Widerstandskraft und wird rau und spröde. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass Mikroschäden in der Knorpelmatrix eine Vorstufe der Arthrose bilden.

Spezielle Knorpelnährstoffe stärken den Knorpel

Man kann die natürliche Regeneration des Knorpels jedoch mithilfe von Nährstoffen fördern. Da diese Nährstoffe nur durch Bewegung mit der Gelenkflüssigkeit in den Knorpel gelangen, ist neben einer ausgewogenen Ernährung auch regelmäßige und gelenkschonende Bewegung wichtig. Studien haben gezeigt, dass bestimmte Knorpelnährstoffe den Stoffwechsel in den Knorpelzellen anregen und damit den Knorpel stärken.

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Übungen zur Stabilisierung des Sprunggelenks (Teil 1)

Sie knicken nach einer Verletzung im Sprunggelenk immer um und fühlen sich unsicher auf unebenem Grund? Diese Übungen stabilisieren und kräftigen das Sprunggelenk bei einer chronischen Instabilität (die Übungen mehrfach wiederholen).
  • Fersenbeinpendel: Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf beide Fersenbeine. Führen Sie abwechselnd eine rhythmische Gewichtsverlagerung des Rückfußes (Ferse) auf die Außenkante und Innenkante der Ferse durch. Langsam mit den Pendelbewegungen kleiner werden, bis die Achillessehne gerade/senkrecht eingestellt ist.
Die Verstauchung des Fußgelenks durch Umknicken ist die häufigste Sportverletzung überhaupt.

Übungen zur Stabilisierung des Sprunggelenks (Teil 2)

  • Einbeinstand: Bringen Sie Ihr Körpergewicht auf den betroffenen Fuß und achten Sie darauf, dass die Ferse gerade ist (Achillessehne steht senkrecht). Das Fußgewölbe ist aufgerichtet. Das leicht gebeugte Knie befindet sich senkrecht über dem Vorfuß. „Tappen“ Sie nun mit dem freien Bein in einem Dreieck hin und her. Achten Sie darauf, dass das Standbein stabil stehen bleibt.
  • Seitensprünge: Springen Sie erst langsam von einem auf das andere Bein. Achten Sie darauf, dass der Fuß stabil bleibt und nicht zu sehr „wegknickt“. Steigern Sie das Tempo.
  • Therapiekreisel (Balanceboard): Balancieren Sie Ihr Gleichgewicht auf dem Kreisel aus.