Sprunggelenksarthrose - schmerzendes Fußgelenk
Sprunggelenksarthrose: Seilspringen, Bein mit Knöchelorthese

Sprunggelenksarthrose (Arthrose des Talocruralgelenks)

Das Sprunggelenk wird von allen Gelenken mit Abstand am stärksten belastet. Ob Volleyball, Basketball oder Fußball – Verletzungen am Sprunggelenk, vor allem Verstauchungen, sind die häufigsten Sportverletzungen und fast immer die Ursache einer späteren Arthrose des Sprunggelenks. Lesen Sie hier mehr über die Arthrose des Sprunggelenks (Arthrose des Talocruralgelenks).

Das Sprunggelenk besteht aus dem oberen und unteren Sprunggelenk

Das obere Sprunggelenk wird durch das Schienbein und Sprungbein gebildet. Es handelt sich dabei um ein Scharniergelenk, das nur in zwei Richtungen, also nach oben und unten beweglich ist. Das Sprungbein leitet die Körperlast über das untere Sprunggelenk (Talotarsalgelenk) an die Knochen des Fußes weiter. Unter einer Sprunggelenksarthrose versteht man im allgemeinen Sprachgebrauch eine Arthrose des oberen Sprunggelenks (Arthrose des Talocruralgelenks).
Bei einer Sprunggelenksarthrose ist das obere Sprunggelenk (Talocruralgelenk) betroffen.

Sprunggelenk Schmerzen – Sprunggelenksarthrose vor allem durch Sportverletzungen verursacht

Weniger als 1% der Bevölkerung ist von einer Arthrose des Sprunggelenks betroffen. Damit ist diese Form der Arthrose im Vergleich zur Kniegelenksarthrose oder der Hüftgelenksarthrose sehr selten. Im Gegensatz zur Gonarthrose und Koxarthrose nimmt die Häufigkeit der Arthrose des Sprunggelenks mit dem Alter nicht zu, obwohl das Sprunggelenk das mit Abstand am stärksten belastete Gelenk unseres Körpers ist. Das Sprunggelenk ist wenig anfällig für eine Arthrose, weil es durch die breite Auflagefläche des Knochens und eine relativ geringe Bewegungsfreiheit besonders robust ist.

Hauptursachen der sekundären Sprunggelenksarthrose

In den überwiegenden Fällen (zu über 90%) handelt es sich bei der Sprunggelenksarthrose um eine sogenannte sekundäre Arthrose, die fast ausschließlich durch Sportverletzungen ausgelöst wird. Die beiden Hauptursachen der sekundären Sprunggelenksarthrose sind:
  • Knochenbrüche (70% der Fälle)
  • Verstauchungen mit und ohne Bänderriss (20% der Fälle)

Wie wird die Arthrose im Sprunggelenk behandelt?

Im Anfangsstadium der Arthrose erfolgt zunächst die sogenannte konservative Arthrose-Behandlung. Dabei werden folgende Maßnahmen angewendet:
  • Schmerzmittel
  • Bandagen und Orthesen
  • Spritzen mit Kortison oder Hyaluronsäure
Wenn jeder Schritt unerträglich schmerzt oder Sprunggelenkschmerzen auch nachts ohne Belastung auftreten und das Fußgelenk zunehmend versteift, dann sollte eine operative Arthrose-Behandlung in Erwägung gezogen werden. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten der operativen Behandlung einer Sprunggelenksarthrose:
  1. Versteifung des Gelenks (Arthrodese)
  2. Einsetzen eines künstlichen Sprunggelenks (Endoprothese)

Schmerzfrei wandern dank Arthrodese

Die Arthrodese ist der Standard der operativen Behandlung einer Sprunggelenksarthrose. Vielen Patienten macht der Gedanke Angst, dass das Gelenk bei der Arthrodese unwiederbringlich versteift wird. Diese Angst ist jedoch unbegründet, denn der Verlust der Beweglichkeit wird durch die übrigen Gelenke ausgeglichen, sodass normales Gehen problemlos möglich ist. Das Gelenk wird durch die Arthrodese schmerzfrei stabilisiert und ist wieder voll belastbar. Das Abrollen beim Gehen ist normal, nur bei schnellerem Gehen oder Laufen ist eine Veränderung des Gangbilds erkennbar.

Vorteile der Arthrodese

Die Versteifungsoperation kann minimal-invasiv durchgeführt werden. Im Vergleich zu einer Endoprothese hat die Arthrodese den Vorteil, dass Lockerungen oder Verschleiß nicht möglich sind. Daher ist die Stabilität im Vergleich zu einer Endoprothese wesentlich höher. Patienten mit Arthrodese können dem Sprunggelenk auch schwere Belastungen zumuten – körperliche Arbeiten, Wandern, Radfahren oder Skifahren sind mit einer Arthrodese des Sprunggelenks wieder möglich.

Mehr Beweglichkeit aber weniger Stabilität: die Endoprothese des Sprunggelenks

Eine Endoprothese des Sprunggelenks ermöglicht eine höhere Beweglichkeit. Allerdings ist die Belastbarkeit des Gelenks geringer als bei einer Arthrodese. Daher ist die Arthrodese für einige Berufsgruppen, wie z. B. Bauarbeiter/innen, besser geeignet. Bei Scharniergelenken, also wie beim Sprunggelenk, stellen Lockerungen der Prothesen ein großes Problem dar. Außerdem ist die Implantation eines künstlichen Sprunggelenks eine technisch anspruchsvolle und schwierige Operation. Sie sollte deshalb nur von geübten Experten durchgeführt werden.

Haltbarkeit der künstlichen Gelenke

In Deutschland werden derzeit ca. 1.000 Sprunggelenksendoprothesen pro Jahr implantiert. Inzwischen wurde die Haltbarkeit der künstlichen Gelenke verbessert. Langzeitstudien zeigen, dass etwa 90% der implantierten Sprunggelenksprothesen 10 Jahre und etwa 60% der Prothesen 15 Jahre lang halten. Eine Prothese kommt allerdings bei Sprunggelenksarthrose-Patienten mit
  • verminderter Knochenqualität,
  • Osteoporose,
  • fehlender Stabilität der Bänder am Sprunggelenk oder
  • schweren Gefäßerkrankungen
nicht infrage.