Schultergelenksarthrose, Prophylaxe: Bewegung, Schwimmen
Arthrose des Schultergelenks: Schulterschmerzen, Röntgenaufnahme Schultergelenk

Omarthrose ist die Arthrose des Schultergelenks

Das Schultergelenk ist besonders beweglich, dadurch aber auch sehr verletzlich. Schulterbeschwerden sind häufig – jedoch nicht immer ist der Grund dafür eine Arthrose. Wie macht sich eine Schultergelenksarthrose (Omarthrose) bemerkbar, was sind Risikofaktoren und wie lässt sich die Schultergelenksarthrose behandeln? Informieren Sie sich hier rund um das Thema Schultergelenksarthrose.

Das Schultergelenk – extrem beweglich, aber auch verletzlich

Das Schultergelenk ist, genauso wie das Hüftgelenk, ein Kugelgelenk. Es erlaubt von allen Gelenken unseres Körpers die größte Bewegungsfreiheit – dies macht das Schultergelenk allerdings auch sehr anfällig für Verletzungen. Besonders häufig kommt es zum Auskugeln der Schulter, medizinisch als Schulterluxation bezeichnet. Das Schultergelenk wird aus der Schulterpfanne (Teil des Schulterblatts) und dem Oberarmkopf (Humeruskopf) gebildet. Wichtig für die Stabilität des Schultergelenks ist die aus Bändern und Sehnen bestehende Rotatorenmanschette. Kennzeichen der Schultergelenksarthrose ist der Verlust des Knorpels an Schulterpfanne und Oberarmkopf.
Das gesunde Schultergelenk (links) und das Schultergelenk mit Arthrose (rechts).

Wie macht sich eine Schultergelenksarthrose bemerkbar?

Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in der Schulter sind die zweithäufigsten Beschwerden des Bewegungsapparats – nach Beschwerden in der Lendenwirbelsäule. Doch nicht immer steckt eine Arthrose des Schultergelenks (Omarthrose) dahinter. Typisch für die Schultergelenksarthrose sind weniger Dauerschmerzen, sondern vor allem das Auftreten starker Schmerzspitzen. Klarheit, ob eine Schultergelenksarthrose oder andere Veränderungen im Schultergelenk für die Beschwerden verantwortlich sind, bringt nur die genaue Untersuchung beim Orthopäden, einschließlich Röntgen- und ggf. MRT-Aufnahmen. Andere Erkrankungen des Schultergelenks mit ähnlichen Symptomen sind:
  • Impingement-Syndrom: Verengung (Einklemmung) zwischen Oberarmkopf und Schulterdach
  • Kalkschulter: Kalkablagerungen in den Sehnen des Schultergürtels
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Was sind Ursachen und Risikofaktoren einer Omarthrose?

Bei der primären Schultergelenksarthrose, also der Arthrose ohne bekannte Ursachen, sind es vor allem erbliche Veranlagungen, die als Risikofaktoren das Entstehen der Arthrose begünstigen. Das Auskugeln der Schulter erhöht das Risiko einer sekundären Schultergelenksarthrose. Weitere Ursachen einer sekundären Arthrose der Schultern sind neben Unfällen und Operationen insbesondere extreme und dauerhafte Überlastungen des Schultergelenks, wie bei folgenden Tätigkeiten, Sportarten und Berufen:
  • Tätigkeiten: Tragen und Heben schwerer Lasten, häufige Überkopfarbeiten, ständiges Aufstützen der Arme (z. B. bei Rollstuhlfahrern)
  • Sportarten (intensiv betriebene): Tennis, Speerwerfen, Handball, Volleyball, Schwimmen
  • Berufe: Maler/in, Lackierer/in, Trockenbauer/in, Monteur/in

Welche Möglichkeiten zur Behandlung der Schultergelenksarthrose gibt es?

Um die Beweglichkeit der Schulter zu erhalten und die Schmerzen zu lindern, werden zur Behandlung sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) als Schmerzmittel eingesetzt. Dabei muss jedoch das Spektrum an Nebenwirkungen beachtet werden (siehe konservative Arthrose-Behandlung). Neben Schmerzmitteln helfen verschiedene Maßnahmen der physikalischen Therapie, wie Krankengymnastik, manuelle Therapie, Elektrotherapie oder Akupunktur. Gerade bei jüngeren Patienten ist eine konsequente Anwendung der Physiotherapie ratsam, um die Beweglichkeit der Schulter zu erhalten.

Was bringen Injektionen ins Schultergelenk bei Omarthrose?

Bei einer aktivierten Arthrose sind Kortisonspritzen gegen die Entzündung im Schultergelenk wirksam. Die Nebenwirkungen sind zwar gering, doch sollten Spritzen in das gleiche Gelenk generell nicht häufiger als alle 3 Monate verabreicht werden. Spritzen mit Hyaluronsäure kommen nur bei Patienten in Betracht, die noch genügend Knorpelmasse im Schultergelenk aufweisen. In einigen Studien konnte ein schwacher positiver Effekt durch Hyaluronsäure-Spritzen festgestellt werden. Die Kosten der Hyaluronsäure-Spritzen werden jedoch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Wann kommt eine Operation des Schultergelenks in Betracht?

Je nach Leidensdruck durch Schmerzen und Bewegungseinschränkung muss individuell entschieden werden, ob eine Operation zum Einsetzen einer Endoprothese des Schultergelenks infrage kommt. Zu lange sollte man die Entscheidung nicht herauszögern, denn wenn sich Sehnen und Muskeln der Schulter versteifen und zurückbilden, kann das künstliche Gelenk die Beweglichkeit nicht mehr zurückbringen. Künstliche Schultergelenke sind wesentlich seltener im Vergleich zu Hüft- oder Kniegelenken. In Deutschland werden jährlich etwa 25.000 Implantationen von Schultergelenksendoprothesen durchgeführt.
Schmerzen in der Schulter können neben der Schultergelenksarthrose (Omarthrose) auch andere Ursachen haben.

Künstliches Schultergelenk bei einer Arthrose des Schultergelenks

Neben Teilprothesen des Schultergelenks werden Schulter-Totalendoprothesen (TEP) eingesetzt, dabei wird das Schultergelenk vollständig ersetzt. Nach durchschnittlich 3 Monaten ist wieder eine alltagstaugliche Beweglichkeit erreicht. In 90% der Fälle (abhängig von der Beweglichkeit vor der Implantation) sind Überkopfarbeiten wieder schmerzfrei sowie Tragen und Heben von Lasten bis ca. 5 kg möglich. Sport ist je nach Grad der Vorschädigung ebenfalls möglich, wobei riskante Sportarten mit Sturzgefahr vermieden werden sollten.